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Was ist das Problem?

Oft weigern sich Kinder beharrlich Medikamente zu schlucken. Viel Streit und der altbewährte Satz„: Du musst aber, Mund auf und Augen zu!„ – wer erinnert sich nicht daran. Manchmal klappt es so auch, aber oft endet der Versuch mit Würgen und Geschrei und wenn man erst mal so weit ist, dann geht meist gar nichts mehr. Kinder merken natürlich auch den eigenen Stress, den man als Elternteil entwickelt und so schaukeln sich die Emotionen hoch. Die Eltern suchen dann natürlich Rat beim Arzt oder in der Apotheke oder man lässt den „scheußlichen roten Saft „ einfach weg.

Neu ist:

In den letzten Jahren hat sich der Geschmack der Kindersäfte deutlich gebessert. Fruchtaromen und viel Zucker sollen den Eigengeschmack der Arzneistoffe überdecken und das Medikament so kindgerecht machen. In der Regel werden die Säfte auch gern genommen, aber nicht immer probiert das Kind alles Neue freudig aus und nicht jeder schmerzgeplagt kleine Patient mag eine Mischung aus Erdbeeraroma und Zuckersirup mit einem letzten Hauch von Bitterstoffen. Man muss sich also für heiklen Patienten einen Trick oder auch zwei überlegen. Der Arzt oder Apotheker kennt nur meist leider die Aromen selbst nicht und muss sich auf die Angaben auf der Packung verlassen.

Möglichkeiten das Problem zu umgehen:

Apotheker und Eltern können die Kinder motivieren indem sie erzählen, dass sie das Medikament auch schon mal genommen haben, oder die Eltern kosten die Medizin mal kurz vor den Augen des Kindes. Denn was die Mutter nimmt, ist mal ganz sicher nicht giftig. Eine Möglichkeit ist auch den ungeliebten Saft mit Kirschsaft zu mischen. Kirschsaft überdeckt andere Geschmacksrichtungen gut, schmeckt intensiv und wird in der Regel gerne getrunken. Allerdings muss das ganze Glas ausgetrunken werden, vielleicht mit einem knickenden Strohhalm, das lenkt ab und macht Spaß. Ein Saft kann aber auch unter Essen gemischt werden, zum Beispiel eine kleine Menge Spaghetti. Auch hier sollte dann aber alles aufgegessen werden, damit die vollständige Dosis aufgenommen wird.

Es muss nicht immer flüssig sein:

Medikamente in Tablettenform können auch kleine Kinder schon gut schlucken, wenn das auch die meisten Mütter bezweifeln. Tabletten lassen sich gut mit Joghurt oder Topfen mischen und dann schlucken. Wird trotzdem daraufgebissen, so schmeckt es meist nur nach dem Joghurt. Beides kann man dann gut mit dem Lieblingssaft hinunterspülen. Man muss allerdings daran denken, dass manche Medikamente nicht zusammen mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden dürfen – z. B. manche Antibiotika – da es sonst zu einem Wirkungsverlust kommen kann.

Noch einige Tipps:

Kapseln kann man auch öffnen und in Tee gegeben werden. So können auch die Bakterienpräparate gegen Durchfall ihren Hefegeschmack verlieren. Elektrolyte müssen nicht immer in Wasser getrunken werden. Man kann sie auch gut in Suppe geben und ersetzt dabei das obligate Salz. Auch mit Salzgebäck kann man den Elektrolytverlust gut ausgleichen.